Beschäftigungsverbot Schwangerschaft Gehalt 2026

Bei einem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft wird das Gehalt grundsätzlich weitergezahlt. Arbeitnehmerinnen erhalten den sogenannten Mutterschutzlohn vom Arbeitgeber.
Die Höhe richtet sich normalerweise nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Eintritt der Schwangerschaft. Der Anspruch ist in § 18 Mutterschutzgesetz geregelt.
Wie wird der Mutterschutzlohn berechnet?
Ein einfaches Beispiel:
| Monat | Bruttogehalt |
| Monat 1 | 3.200 € |
| Monat 2 | 3.300 € |
| Monat 3 | 3.400 € |
| Durchschnitt | 3.300 € |
In diesem Beispiel liegt der Mutterschutzlohn bei rund 3.300 Euro brutto im Monat.
Werden Zulagen weiter berücksichtigt?
Nicht nur das Grundgehalt kann wichtig sein.
Regelmäßige Bestandteile des Verdienstes können bei der Berechnung berücksichtigt werden, zum Beispiel:
- Schichtzulagen
- Nachtzuschläge
- regelmäßige Leistungszulagen
- regelmäßige Provisionen
Einmalige Zahlungen werden dagegen grundsätzlich nicht in gleicher Weise berücksichtigt. Die Berechnungsregeln stehen in § 21 Mutterschutzgesetz.
Was passiert bei einem teilweisen Beschäftigungsverbot?
Ein Beschäftigungsverbot kann auch nur einen Teil der Arbeitszeit betreffen.
Beispiel: Eine Arbeitnehmerin darf statt acht Stunden nur noch vier Stunden täglich arbeiten.
Dann erhält sie ihr Gehalt für die tatsächlich geleisteten Stunden und zusätzlich einen Ausgleich für den durch das Beschäftigungsverbot verursachten Verdienstausfall.
Das Einkommen soll also nicht einfach auf die Hälfte sinken.
Wer zahlt das Gehalt?
Den Mutterschutzlohn zahlt der Arbeitgeber über die normale Gehaltsabrechnung.
Für Arbeitnehmerinnen ist normalerweise kein eigener Antrag auf Mutterschutzlohn notwendig. Bei einem ärztlichen Beschäftigungsverbot muss dem Arbeitgeber jedoch die entsprechende Bescheinigung vorgelegt werden.
Auch das Familienportal des Bundes bestätigt, dass der Arbeitgeber den Mutterschutzlohn als Lohnfortzahlung zahlt.
Beschäftigungsverbot oder Krankschreibung?
Der Unterschied ist wichtig.
| Beschäftigungsverbot | Krankschreibung |
| Mutterschutzrechtlicher Grund | Krankheit / Arbeitsunfähigkeit |
| Mutterschutzlohn | zunächst Entgeltfortzahlung |
| Durchschnittsverdienst wird geschützt | später kann Krankengeld relevant werden |
Ein Beschäftigungsverbot ist deshalb keine normale Krankschreibung.
Beschäftigungsverbot bei Teilzeit
Auch Teilzeitbeschäftigte können Mutterschutzlohn erhalten.
Verdient eine Arbeitnehmerin beispielsweise durchschnittlich 2.200 Euro brutto im Monat, orientiert sich die Berechnung grundsätzlich an diesem bisherigen Teilzeitverdienst.
Es wird nicht automatisch auf ein Vollzeitgehalt hochgerechnet.
Wann endet der Mutterschutzlohn?
Der Mutterschutzlohn wird während eines Beschäftigungsverbots außerhalb der gesetzlichen Mutterschutzfrist gezahlt.
Mit Beginn der Schutzfrist vor der Geburt ändern sich die Leistungen normalerweise zu Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss.
| Zeitraum | Typische Leistung |
| Beschäftigungsverbot vor Schutzfrist | Mutterschutzlohn |
| Schutzfrist vor Geburt | Mutterschaftsgeld + Arbeitgeberzuschuss |
| Schutzfrist nach Geburt | Mutterschaftsgeld + Arbeitgeberzuschuss |
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